In Aktuelles am 24. Mai 2015, Keine Kommentare

Revolution fürs Rad: Der Airbag Fahrradhelm aus Schweden

unsichtbarer Fahrradhelm von Hövding

Der Fahrradhelm von Hövding ist ein aufblasbarer Kopf-AIrbag und schützt zuverlässig bei Unfällen und Stürzen

Die wenigsten setzen sie auf, obgleich sie doch einen grundlegenden Sicherheitsfaktor für den Radfahrer darstellen – Fahrradhelme. Kleinen Kinder erzählt man, dass sie niemals ohne aufs Rad steigen dürfen, aber selbst einen aufsetzen und damit eine Vorbildfunktion erfüllen, das gibt es eher selten. Wie soll ein Kind da verstehen lernen, was es mit einem Helm auf sich hat. Vielmehr wird ihnen suggeriert, dass sie nur einen tragen müssen, bis sie alt genug sind. Also Hand aufs Herz, wer Kinder hat, der sollte einen Helm aufsetzen! Denn nur einmal kurz einen Augenblick Unachtsamkeit und schon ist es passiert: Unfall! Und ein Sturz mit dem Kopf voran kann schlimme Folgen haben, schlimmstenfalls sogar tödlich sein.

Ein Fahrradhelm kann auch unsichtbar sein

Die meisten halten Fahrradhelme für hässlich, unsinnig, unbequem und pfeifen dabei vollkommen auf die Sicherheit. Dabei gibt es bereits zahlreiche sehr moderne Modelle, die eher einem sommerlichen Hut oder Cappy gleichen, als dem traditionellen Fahrradhelm.

Anna Haupt und Terese Alstin aus Stockholm haben sich dem generellen Problem der Helmakzeptanz angenommen und eine ganz neue Generation entwickelt. Es handelt sich dabei eher um einen Airbag, der in eine modische und schalähnliche Halskrause integriert ist. Im Falle eines Sturzes reagieren die eingebauten Sensoren auf die ungewöhnliche Bewegung, sodass sich der Airbag Fahrradhelm gleich innerhalb von 0,1 Sekunden um den ganzen Kopf schließt. Das Gesicht bleibt natürlich frei, ist aber dennoch optimal geschützt. Harte Aufschläge werden abgemildert und somit Verletzungen an Kopf, Hals oder auch der oberen Wirbelsäule verhindert. Passiert nichts, dann bleiben wenigstens das sichere Gefühl und die sitzende Frisur.

Wie funktioniert das Ganze?

Im Herz des „Helms“ sind modernste patentierte Beschleunigungs- und Gyrosensoren verbaut. Durch bestimmte Algorithmen werden die normalen Bewegungen des Radlers von den außergewöhnlichen bei einem Unfall unterschieden. Passiert etwas, dann wird der Kaltgas-Generator im Nacken aktiviert, sodass sich der Airbag öffnet und sogleich mit Helium befüllt. Der ganze Prozess dauert dabei nicht einmal mehr 0,1 Sekunden. Der Vorteil zu einem regulären Fahrradhelm liegt auf der Hand, denn es wird ein deutlich größerer Teil des Kopfes, das Gesicht und der Nacken geschützt. Während der teure und harte Fahrradhelm nun brechen würde, kann der Airbag von Hövding mehreren Aufprällen standhalten. Du musst ihn nur per USP oder Netzadapter aufladen, um den Hals legen, den Reißverschluss schließen und per Knopfdruck den Sensor aktivieren. Aber Achtung: Entwickelt wurde der Kopfairbag für normale 26“ und 28“ Räder, nicht jedoch für BMX, Mountainbikes, Tandems, Liegeräder, Roller oder Motorräder. Dafür ist es eine optimale Ergänzung zum neuen Pedelec.

In jedem Land wird anders geradelt

Jeder in seinem Stil: Verschiedene Farben und Formen für jede Stimmung

Den unsichtbaren Fahrrad-Airbag gibt es mit verschiedenen Überziehen für ein individuelles Design

Natürlich ist das System nicht ganz günstig, jedoch rettet es vielleicht eines Tages dein Leben. Sechs Jahre lang haben die beiden schwedischen Gründerinnen an ihrer Idee gearbeitet. Beide sind sie studierte Industriedesignerinnen und haben bereits im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Idee des unsichtbaren Fahrradhelm gearbeitet. Im Laufe der Entwicklung wurden zahlreiche Tests durchgeführt und das Fahrverhalten der Radfahrer studiert. Dadurch soll verhindert werden, dass sich der Fahrradhelm in einer hastigen Bremsaktion oder beim Abbiegen aufbläst. Die Einführung in Deutschland dauerte etwas länger, denn das Fahrverhalten der Deutschen musste noch ausführlichen Tests unterzogen werden. Der gemeine Großstädter weiß warum, denn er kennt den Krieg auf deutschen Straßen: Fahrrad vs. Auto vs. Verkehrsregel vs. Motorisierte Zweiräder vs. Fußgänger. Jeder hält sich selbst für den einzigen und wichtigsten Verkehrsteilnehmer, Rücksicht ist hier fehl am Platze. Dass es so oft zu Kamikaze-Aktionen kommt ist nur logisch.

Auch dies musste in dem Modell des Airbag Fahrradhelm berücksichtigt werden. Das Ding ist in jedem Fall zu teuer, um sich schon beim flotten und spontanen Abbiegen auf der Kreuzung aufzublasen. Offensichtlich scheinen sie im hohen Norden die Verkehrsregeln besser zu beachten, sonst wäre das aufblasbare Wunderwerk schon von Anfang an auch bei uns zu haben gewesen.

Unterdessen ist es auf allen gängigen Plattformen wie zum Beispiel Amazon ab etwa 300€ zu haben. Auch Zubehör in Form von bunten Überzügen gibt es zur individuellen Gestaltung. Da ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei.

Wäre eine Fahrradhelm Verpflichtung sinnvoll?

Ein weiteres Problem bleibt aber die Akzeptanz vom Fahrradhelm. Während er in Finnland zum Beispiel bereits Pflicht ist, wird er hier offensichtlich nicht genug wertgeschätzt. Ob sich dies in naher Zukunft ändern wird, das bleibt zweifelhaft. Doch hoffentlich kommt mit der technischen Neuerung auch die neue Erkenntnis ob der Wichtigkeit von Helmen. Eine gesetzlich festgelegte Pflicht wäre in jeden Fall sinnvoll, denn dann würden sich sie Helmmuffel sicherlich für das unauffälligste Modell entscheiden. Für die beiden Schwedinnen von Hövding wäre dies garantiert lohnenswert.

Aber nicht nur dein Kopf sondern auch dein Rad kann bei einem Sturz Beschädigt werden. Eine Fahrradversicherung kann nun Abhilfe verschaffen. Bei Schutzklick gibt es eine solche inklusive Diebstahlschutz bereits ab einmaligen 21,95 Euro. Danach ist dein Fahrrad für ein ganzes Jahr rundum geschützt. Und das sogar europaweit. Worauf wartest du also noch?

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