In Aktuelles am 21. Oktober 2016, Keine Kommentare

Samsung Galaxy Note 7: Samsung löst Feueralarm aus

Wer sich dieses Jahr das XXL-Smartphone Samsung Galaxy Note 7 für den stolzen Preis von 849 Euro gekauft hat, hatte nur kurze Zeit Freude damit. Der Akku brannte oder explodierte sogar in einigen Fällen. Den Fall- und Bruch-Test hat das Phablet (eine Kombination aus Smartphone und Tablet) auch nicht überlebt: Schon beim Fall aus 80 cm Höhe auf einen Holzboden brach ein Stück aus der Glasrückseite heraus, wie Computerbild berichtete. Zum Glück erkannte Samsung seinen Fehler schnell und bezog Stellung zu dem zu Schäden neigenden Gerät. Viele enttäuschte Kunden durften es gegen ein anderes Modell eintauschen. Was ist zu tun, wenn man versichert ist?

Samsung Galaxy Note 7 eingetauscht – und nun?

Das Note 7 bereitet vielen Käufern Kopfschmerzen. Selten war ein Smartphone so anfällig für Schäden, wie das High-End-Gerät von Samsung. Vergangene Woche hat Samsung das Rücknahmeprogramm für das Galaxy Note 7 in Deutschland bekannt gegeben. Besitzer des Unglücks-Handys dürfen es gegen das Samsung Galaxy S7 oder S7 Edge tauschen. Die Preisdifferenz wird erstattet. Die Rückgabe des Smartphones gegen Rückzahlung des Kaufpreises ist auch möglich. Nach Einschätzungen von Samsung handelt es sich um rund 2,5 Millionen Geräte.

Falls du dein Samsung Galaxy Note 7 mit einer Handyversicherung von Schutzklick versichert hast und ein neues Smartphone bekommst, musst du die Versicherung nicht kündigen. Ein Nachweis über den Austausch reicht. Bitte informiere uns schriftlich per E-Mail an support@schutzklick.de, dass du ein neues Gerät hast und teile uns die neue IMEI- bzw. Seriennummer mit. So einfach kannst du deine Versicherung auf das neue Gerät übertragen.

Warum sind die Akkus explodiert?

Das größte Problem am Samsung Galaxy Note 7 sind die leicht entzündlichen Akkus. Bereits Anfang September, kurz nachdem das Gerät im Handel erhältlich war, berichteten Besitzer des Smartphones, dass das Handy stark überhitzte und nicht mehr verwendet werden konnte. In einigen Fällen fing der Akku Feuer und explodierte sogar. Verletzungen oder Beschädigungen von anderen Gegenständen wurden berichtet. Seit Anfang Oktober ist das Gerät endgültig vom Markt. Woran lag es, dass die Akkus in Brand gerieten? Laut eigenen Angaben hat Samsung nur interne Tests durchgeführt. Marktüblich ist das nicht. Neben den internen Tests wird für gewöhnlich vor dem US-Release noch eine CTIA (Cellular Telephone Industries Association oder auch als The Wireless Association bekannt)-Zertifizierung eingeholt. Nach ersten Untersuchungen von amerikanischen Verbraucherschützern hatte der Akku nicht genug Platz im Gehäuse. Die Untersuchungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Verreisen verboten

Viele Airlines reagierten schnell auf die Unfälle. Die Mitnahme des Note 7 ist auf Flügen von Air Berlin und Singapore Airlines seit dem 15. Oktober nicht mehr gestattet. Andere Fluggesellschaften verbieten es sogar, das Gerät mit dem Gepäck aufzugeben. Sollte es doch im Flugzeug gestattet sein, darf das Gerät nicht geladen werden und sich nicht im Flugmodus befinden, sondern muss komplett ausgeschaltet sein. Wer die Vorschriften missachtet, riskiert wegen eines Smartphones strafrechtlich verfolgt zu werden. Zumindest Beschlagnahmung und Bestrafung drohen.

Heißes Debakel

Samsung wird den Vorfall nicht unbeschadet überstehen. Für den südkoreanischen Hersteller ist es eine wirtschaftliche Katastrophe: Experten rechnen mit einem Gewinneinbruch von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schätzungsweise 17 Milliarden US-Dollar kostet Samsung der Schaden. Marktanteile im Prestige-Segment wird Samsung wahrscheinlich auch verlieren. Image-Schäden sind absehbar und Apple hat nach dem Debakel gute Chancen, Kunden von seinem größten Konkurrenten abzuwerben. Die Situation trieft vor Ironie: Samsung hatte den Verkauf des Galaxy Note 7 überstürzt und auf ausreichende Prüfung verzichtet, um Apple und deren Veröffentlichung des iPhone 7 zuvor zu kommen.