In Aktuelles am 10. Juni 2015, Keine Kommentare

Was sind eigentlich Bridgekameras?

Bridgekameras sind ideale Reisebegleiter für jedes Budget

Bridgekameras sind ideale Alltags- und Reisebegleiter für jedes Budget

Kompaktkameras, Digitalkameras und Spiegelreflex. Diese drei Kamerabegriffe gehören zum Alltag. Doch immer häufiger liest man von Bridgekameras. Was genau aber verbirgt sich hinter dem Begriff und lohnt sich ein Kauf? Schutzklick klärt auf.

Bridgekameras sind zwischen Kompaktkameras und Digitalen Spiegelreflexkameras angesiedelt. Sie bilden die namensgebende Brücke (engl. Bridge) zwischen diesen Kameratypen und vereinen heutzutage die Vorteile beider Seiten in punkto Ausstattung- und Funktionsmerkmalen.  Auch preislich bieten Bridgekameras eine interessante Alternative. Nicht umsonst wurden Bridgekameras lange Zeit auch als Prosumercams bezeichnet, also eine ideale Wahl für alle Consumer mit Professional-Ansprüchen.

Der Ausdruck Bridgekamera tauchte erstmals 1988 mit der Halbformatkamera Yashica Samurai in der Öffentlichkeit auf, fokussierte sich damals aber fast ausschließlich auf einen neuen Grad an Kompaktheit.

Heute wiederrum sind Bridgekameras wahre Multimedia-Talente, gespickt mit modernster Technik, aufwendigen integrierten Zoomobjektiven, guten Videofunktionen und einer Vielzahl manueller Auswahlmöglichkeiten, ohne die Komplexität mancher Spiegelreflexmodelle. Bridgekameras sind also die Mittelklasse auf dem Kameramarkt, mit einer Reihe von Vorteilen für Freizeitknipser und werdende Hobbyfotografen.

Warum eine Bridgekamera kaufen?

Über die Für und Wider von Bridgekameras diskutieren Fotofans auf der ganzen Welt schon seit Jahren und das mitunter stundenlang. Zusammengefasst kann man allerdings sagen, dass sowohl die Klassifizierung, als auch die Abgrenzungen zur Kompakt- oder digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) schon Erklärungen genug sind. Bridgekameras sind nicht funktionsüberladen, intuitiv (auch für Einsteiger) bedienbar und bieten gegenüber den Einsteigerkameras sehr gute Ausstattungsmerkmale im schicken DSLR Gehäusedesign.

Ein weiterer Vorteil neben Ausstattung und Preis: im Vergleich zur Digitalen Spiegelreflexkamera benötigt man kein teures und platzraubendes Zubehör von Blitzaufsatz bis zum Objektiv. So werden Bridgekameras der ideale Reise- und Freizeitbegleiter für passionierte Hobbyfotografen.

Auch die Kamerahersteller haben das erkannt und so bieten neben den Platzhirschen Nikon und Canon auch alle anderen namhaften Marken eigene Modellreihen an. Für Schnappschüsse, Urlaubserinnerungen und perfekt in Szene gesetzte Fotomotive ohnehin geeignet, ersetzen diese nun auch vermehrt den guten, alten Camcorder.

Die besten Bridgekameras im Schutzklick Vergleich:

Sony nennt sie Power- oder Cybershot, Canon Powershot, bei Nikon heißt sie Coolpix. Doch während die drei Hersteller auf dem DSLR Markt die Medaillenränge oft unter sich ausmachen, mischen im Bridgekamera Markt auch viele weitere Hersteller kräftig mit.

Allen voran ist hier Panasonic mit seiner Lumix Reihe zu nennen. Doch auch des Foto-Nostalgikern liebstes Kind, die deutsche Firma Leica und Fujifilm sind hier zu nennen.

Für das Unternehmen Fujifilm ging es in den vergangen Jahren oft Berg ab. Gerade nach dem Aussterben der analogen Fotografie und dem damit einhergehenden „Tod“ des Negativ- sowie Rollenfilms, mit dem Fuji den etablierten Konzernen Agfa und Kodak lange Zeit auf Augenhöhe Konkurrenz machte, war es still geworden um die Japaner.

Doch im Bereich Bridgekameras bieten sie im Rahmen der Finepix Reihe gleich mehrere erfolgreiche Modelle an.

Vor allem das FinPix S1 weiß zu überzeugen und wartet mit einem besonderen Schmankerl auf: sie ist gegen Staub- und Spritzwasser geschützt.

Die Fujifilm FinPix S1 versteht sich als Outdoor-Bridgekamera. So ist sie nicht nur handlich, sondern auch geschützt vor Spritzwasser.

Die Fujifilm FinPix S1 versteht sich als Outdoor-Bridgekamera. So ist sie nicht nur handlich, sondern auch geschützt vor Spritzwasser. Quelle: Fujifilm

So versteht sich die Fujifilm FinPix S1 dann eben auch als Outdoor-Bridgekamera mit Schwenkdisplay, ein sehr gutes 50-fach-Zoomobjektiv mit sehr guter Leistung. Und genau das ist sie auch. Sie ist innovativ bedienbar. Die 16 Megapixel des CMOS-Sensors leistet gute Dienste, der Bildstabilisator, allein aufgrund des enormen Zoombereiches notwendig, ebenfalls. Viele Programm- und Kreativfilter machen Spaß, ebenso die Bildqualität, die besonders bei  Tageslicht im Low-ISO-Bereich optimal ist. Aber das gilt für Bridgekameras ohnehin universell.

Cola oder Pepsi, Mercedes oder BMW…auch die Frage nach Canon oder Nikon wird wohl immer mehr eine Frage des Geschmacks und Glaubens, als der Qualität bleiben. Dies gilt auch für die Bridgekameramodelle der beiden Konkurrenten, auch wenn in den letzten Jahren Nikon hier leicht die Nase vorn hatte.

So punktet die Nikon Coolpix P900 mit ihrem 83fach-Zoom (!!!), der überdies noch sehr hochwertige Arbeit leistet. Auch Ausstattung, Full-HD Videomodus und Autofokus machen Spaß. Doch ausgerechnet bei der Fotoqualität zeigt sich die Nikon so gar nicht cool und stößt bei Abweichung von Optimalbedingungen schnell an ihre Qualitätsgrenzen. Klar und kantenscharf bei Tageslicht, ist bei Dämmerung oder wechselnden Lichtverhältnissen ein deutliches Abweichen zu beobachten. Gerade für einen Urlaubsbegleiter ist das ein nicht unwesentliches Kriterium. Auch der Preis ist nicht gerade gering und liegt um 600 Euro (Stand: Juni 2015). Günstiger (bei bis auf den Zoom ähnlichen Werten) geht es mit der kleinen Schwester Coolpix P610 für etwa 380 Euro.

Canons Antwort auf Nikons Bridgekameras heißt PowerShot. Der Verkaufsschlager ist hier die PowerShot SX60 HS. Ein riesiger 65fach-Zoom, ein starker Sucher, ein sehr guter Autofokus im Weitwinkel und die lange Akkulaufzeit sind klare Kaufgründe. Ein Kritikerliebling war die SX60 jedoch nie. Dies liegt vor allem daran, dass die 16 Megapixel nicht nur keinen Leistungszuwachs gegenüber dem Vorgängermodell SX50 bringen, sondern das Bildrauschen noch stieg. Rückläufig waren im gleichen Umfang Schärfe und Detailverlust. Will man mehr als nur Schnappschüsse machen (und wer will das nicht?) greift lieber zur günstigeren Canon Powershot SX530 HS (330 zu 400 Euro) und erhält eine stimmigere Variante mit besseren Belichtungsergebnissen.

Sony, oftmals als der ewige Dritte im Kameramarkt verschrien, schlägt bei den Bridgekameras die beiden japanischen Erzrivalen Canon und Nikon immer öfter. Flaggschiff ist hier die Cyber-shot DSC HX400V. Vor allem ist es die Schärfe und Detailgenauigkeit der 20 Megapixel großen Fotos, die ihresgleichen sucht. Aber auch die Ausstattungsfülle von GPS bis hin zu NFC weiß zu gefallen. HD Videos gelingen ebenfalls in ausreichend guter Qualität – lediglich Design und Preis der Sony Cyber-shot sind nicht jedermanns Sache.

Über alle Designfragen erhaben ist hingegen seit je her Leica. Wohl kaum ein anderer Hersteller vereint schnörkellose, klassische Optik so gekonnt mit modernster Technik, wie das deutsche Traditionshaus. Die Bridgekamera Leica V-Lux 4 macht da keine Ausnahme. Den Käufer erwartet eine ausgewogene Kamera mit sehr guten Bildqualität (20 Megapixel), schnellem Autofokus, tollem Zoom, 4K-Video Funktion und als besonderes Extra auch mit der aktuellen Adobe Lightroom-Software zur RAW-Entwicklung und Bildbearbeitung. Einziger Wehrmutstropfen bleibt, wie könnte es bei einer Leica auch anders sein, der Preis. Dieser liegt bei rund 1000 € (Stand Juni 2015). Manch gutes DSLR-Kit ist günstiger zu haben. Wer ein wenig auf sein Geld achten muss, der greift zum Vorgänger Lux 3 oder zu den baugleichen Varianten aus dem Hause Panasonic.

Das kennt man von Leica: die V-Lux 4 ist schick und überzeugt mit guter Bildqualität. Leica-typisch ist aber leider auch der Preis.

Das kennt man von Leica: die V-Lux 4 ist schick und überzeugt mit guter Bildqualität. „Leica-typisch“ ist aber leider auch der Preis. (Quelle: Leica)

Überhaupt ist Panasonic auf dem Bridgekamera-Markt derzeit scheinbar nicht zu schlagen und beansprucht mit der Lumix DMC-FZ1000 den Thron. Zugegeben die FZ1000 ist kein Schnäppchen aber mit etwa 800 Euro rund 200 Euro günstiger als die Schwester aus dem Hause Leica. Wenn man den Wehrmutstropfen eines Plastikgehäuses verschmerzen kann, bekommt man eine Spitzenkamera mit weitaus mehr als den derzeit wohl besten Autofokus aller Bridgemodelle. Darüber hinaus überzeugt die Lumix mit einem lichtstarken Zoom, schnellen Serienaufnahmen, einem Ultra-HD Videomodus, der Seinesgleichen sucht. Die Fotoqualität kann sich mit einigen DSLR Modellen messen. Optimiert Panasonic nun noch die Akkulaufzeit und die störende Plastikoptik, führt wohl auch auf mittlere Sicht kein Weg an der Lumix vorbei.

Dennoch ist die Lumix DMC-FZ1000 eine klare Kaufempfehlung und für Schutzklick die gelungenste Bridgekamera in jeder Lebenslage. Entscheidend: Sie verkörpert am perfektesten das, was die Brückenmodelle ausmacht: die Handlichkeit und Bedienbarkeit einer Kompaktkamera mit den technischen Finessen eines Digitalen-Spiegelreflexbulliden.

Die Panasonic Lumix DMC-FZ1000 ist der Schutzklick Kauftipp und kann sich sogar mit mancher DSLR messen.

Die Panasonic Lumix DMC-FZ1000 ist der Schutzklick Kauftipp und kann sich sogar mit mancher DSLR messen. (Quelle: Panasonic)

Fazit:

Vielleicht sind Smartphones ja die Bridgekameras von Morgen und bilden die neue Brücke zwischen Actioncam (LINK), Party-Polaroid und Digitaler Spiegelreflexkamera. Aktuell jedoch ist dies noch nicht der Fall und wird nur krampfhaft von jenen Selfie-und Smartphone-Junkies ins Feld geführt, die immer noch der Mär von der Pixelanzahl als alleiniges Qualitätsmerkmal aufgesessen sind. Bridgekameras bieten eine sehr gute Alternative für alle Fotofreunde, die hohe Qualitätsansprüche stellen und mehr als nur einen Schnappschuss im Urlaub schießen. So reicht die Fotoqualität beispielsweise sogar locker für die Erstellung von fantastischen Fotobüchern. Dies ist selbst bei der aktuellen iPhone oder Galaxy Reihe in den meisten Fällen nur schwerlich möglich.

Preislich sind gute Modelle schon ab 250 Euro zu haben. Die Serientestsieger der Fachzeitschriften liegen unter 1000 Euro. Eine Kameraversicherung lohnt sich in dieser Preisklasse allerdings schon. So geschützt sind Bridgekameras wahre Allroundtalente der bunten Kamerawelt.

Schlagwörter: , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar